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Im Porträt: der BDZV-Vorstand

Seit einem Jahr stehen neue Führungskräfte an der Spitze des BDZV. In „relevant.“ stellen sie sich und ihre Visionen für die Verbandsarbeit vor.

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BDZV-Vorstand neu gewählt: Fokus auf Digitalisierung und KI

 Lang ist er noch nicht im Amt – aber lang ist die Liste an Themen, die der geschäftsführende Vorstand des BDZV vor sich hat. Die weitere Modernisierung des Verbands und die Sicherung zukunftsfähiger Rahmenbedingungen für professionellen Journalismus treiben die frisch gewählten Ehrenamtler ebenso um wie der weitere Ausbau des Digitalgeschäfts und der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. 

Mit einem einstimmigen Votum hatte die Delegiertenversammlung des BDZV im Mai 2023 den geschäftsführenden Vorstand gewählt. Als Vorstandsvorsitzende stehen seither Matthias Ditzen-Blanke und Stefan Hilscher gemeinsam mit BDZV-Hauptgeschäftsführerin Sigrun Albert an der Verbandsspitze. Zudem bestimmten die Delegierten drei Ressortvorstände: Lambert Lensing-Wolff für das Ressort Journalismus, Malte Wagner für das Ressort Recht und Nico Wilfer für das Ressort Trends und Innovation. 

Sie eint das Ziel, den Anliegen der Verbandsmitglieder in Öffentlichkeit und Politik bestmögliches Gehör zu verschaffen und die Branche gemeinsam mit dem Hauptamt in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Wofür sie jeweils als Person stehen, haben uns die neuen Köpfe in drei kurzen Fragen beantwortet: Wo komme ich her? Wo will ich hin? Wofür stehe ich?

Matthias Ditzen-Blanke

BDZV-Vorstandsvorsitzender und geschäftsführender Gesellschafter Ditzen GmbH & Co., u. a. Nordsee-Zeitung

„Wir brauchen einen solidarisch geeinten Verband mit einer starken Geschäftsstelle, der sich für zukunftsgerichtete medienpolitische Rahmenbedingungen einsetzt.“

Matthias Ditzen-Blanke

Wo komme ich her?

In Braunschweig aufgewachsen und unternehmerisch geprägt, habe ich nach der Bankausbildung Betriebswirtschaft und Medienwissenschaften in Paderborn studiert. Nach bereits im Studium begonnener Tätigkeit bei Bertelsmann habe ich die an mich herangetragene Chance ergriffen, die Familiennachfolge in unserem Unternehmen anzutreten, das ich seit 2012 gesamtheitlich als Verleger verantworte. 

Ich schreibe mir zu, mich dem Gegenüber achtsam und wertschätzend zuwenden zu können sowie die Argumente und Sichtweisen anerkennen zu können. Wenn ich mir ein entsprechendes Bild gemacht habe, vertrete ich meine Meinung mit klarer Haltung und einem entsprechenden Durchsetzungsvermögen. Meine Kommunikation ist eher auf den Punkt, und leider bin ich miserabel im Small Talk. 

Wo will ich hin?

Wir brauchen einen solidarisch geeinten Verband mit einer starken Geschäftsstelle, der sich für zukunftsgerichtete medienpolitische Rahmenbedingungen einsetzt. 

Ich sehe die Zukunft unserer Medienhäuser in einer Symbiose von menschlicher Expertise und Künstlicher Intelligenz. KI kann helfen, effizienter zu arbeiten, lokale Daten zu analysieren und Falschinformationen aufzudecken. Doch die Stärke der Zeitung liegt in den menschlichen Fähigkeiten der Journalisten, die ethische Standards hochhalten und die einzigartigen Geschichten ihrer Gemeinschaft verstehen. 

Wofür stehe ich?

Für Offenheit und Transparenz als Grundlage eines in die Zukunft gerichteten Diskurses, für das Ringen um die besten Lösungen bei gleichzeitiger Wertschätzung der Kompetenz des jeweiligen Gesprächspartners sowie für die Achtung unserer jeweiligen Historie.


Stefan Hilscher

BDZV-Vorstandsvorsitzender und langjähriger Geschäftsführer Süddeutscher Verlag sowie Mitgesellschafter J. Hoffmann GmbH, Verlag Die Harke

„Ich stehe für Gradlinigkeit bei großer Kompromissfähigkeit, denn wir möchten alle Mitglieder im BDZV bestmöglich vertreten.“

Stefan Hilscher

Wo komme ich her?

Erfahrungen haben den Nachteil, dass sie rückwärtsgewandt sind. Aber ich versuche es mal so: 45 Jahre in der Medienbranche, zunächst in der Redaktion, dann als Verlagsmanager mit Stationen bei Augsburger Allgemeine, DuMont, Berliner Verlag und Süddeutsche Zeitung. Zwischendurch noch Pressesprecher bei der Deutschen Lufthansa. Mitgesellschafter bei der J. Hoffmann GmbH in Nienburg/Weser, Tageszeitung Die Harke. Vorteil: Ich kenne Redaktion und Verlag, klein, mittel und groß. Was ich dort gelernt habe, lässt sich bestens im BDZV an- und verwenden. 

Wo will ich hin?

Schwerpunkt Medienpolitik, derzeit mit dem starken Fokus auf Zustellförderung und / oder 0 % Mehrwertsteuer sowie die Öffentlich-Rechtlichen, die wir ja aufgrund ihres Auftrags für eine wesentliche Säule in der Medienlandschaft halten, die wir zugleich aber heftig in die Schranken weisen müssen, was deren presseähnliche Onlineauftritte betrifft. Und immer wesentlicher: alle Themen auf europäischer Ebene. Dabei wollen und werden wir oft den Schulterschluss mit anderen Verbänden suchen, denn gemeinsam sind wir stark. 

Wofür stehe ich?

Gradlinigkeit bei großer Kompromissfähigkeit, denn wir möchten natürlich alle Mitglieder im BDZV bestmöglich vertreten. Vertrauen aufbauen, vor allem auch durch Kommunikation in den Verband, kreativ gemeinsam mit unserem Hauptamt die Herausforderungen unserer Branche aufnehmen und Lösungen schaffen. Ach ja, und ein wenig Spaß sollten wir dabei auch noch haben! 

Sigrun Albert

Vorstandsvorsitzende und
BDZV-Hauptgeschäftsführerin

„Nur wenn sich Medienunternehmen zusammenschließen und überzeugend für ihre Zukunft kämpfen, wird es diese Zukunft auch geben.“

Sigrun Albert

Wo komme ich her?

Bis zum Start beim BDZV im April 2022 habe ich in Medienunternehmen gearbeitet, mich in den letzten Jahren besonders mit digitalen Start-ups, Innovation und Produktentwicklung beschäftigt. Anfangs bewunderte ich die Innovationskraft von Google, Facebook und Co. Zunehmend wurde mir bewusst: Durch Globalisierung und Digitalisierung wird es auch für etablierte Medienmarken jedes Jahr schwerer, sich im Wettbewerb zu behaupten und ein nachhaltig funktionierendes Geschäft aufzubauen. Hinzu kommen Hindernisse wie überbordender Datenschutz, ein veraltetes Kartellrecht, unflexibles Arbeitsrecht und (leider) noch viel mehr. Mein persönliches Fazit: Nur wenn sich Medienunternehmen zusammenschließen und überzeugend für ihre Zukunft kämpfen, wird es diese Zukunft auch geben. 

Wo will ich hin?

In genau diese Zukunft: eine, in der private Medienunternehmen eine faire Chance haben, mit exzellenten Inhalten langfristig am Markt zu bestehen. Ich bin überzeugt: Moderner Journalismus, der seriös informiert, unterhält und Debatten formt, ist eine wichtige Grundlage für unsere Demokratie. Daraus ziehe ich Motivation und Energie, für das Wohl unserer Branche zu kämpfen. 

Wofür stehe ich?

Debatten brauchen wir nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch in unserem Verband. Mir ist es wichtig, dass wir diskutieren, streiten, ringen, Kompromisse finden und auf dieser Basis zusammenhalten und für unsere Ziele einstehen. 


Lambert Lensing-Wolff

Ressortvorstand Journalismus und Verleger Lensing Media

„Wenn wir alle mehr voneinander lernen und uns besser austauschen, können wir gemeinsam auch schneller zum Ziel kommen.“

Lambert Lensing-Wolff

Wo komme ich her? 

Nach Ausbildung und Studium habe ich die ersten Berufserfahrungen bei anderen Medienhäusern sammeln dürfen, bevor ich vor 25 Jahren in das 1870 in Dortmund gegründete Familienunternehmen eingestiegen bin. Customer Obsession, beste Teamarbeit und ständige Veränderungen waren immer Kern meiner Aufgaben. 

Wo will ich hin? 

Ich möchte mithelfen, den BDZV als Netzwerkplattform für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Redaktionen zu stärken. Wir wollen daran arbeiten, die Werte von Journalismus nach innen und außen besser herauszustellen und die Relevanz unserer Marken und unserer Arbeit zu steigern. Den Mitgliedsunternehmen wollen wir mehr Service und Orientierung geben, damit wir sie bestmöglich beim Erreichen der unternehmerischen Ziele unterstützen. Wenn wir alle mehr voneinander lernen und uns besser austauschen, können wir gemeinsam auch schneller zum Ziel kommen. 

Wofür stehe ich? 

Für glaubwürdigen, überprüfbaren und unabhängigen Qualitätsjournalismus, vor allem auch im Lokalen, für Meinungs- und Debattenvielfalt – auch im Verband –, für Offenheit und Neugierde sowie für Teamerfolg. Nur gemeinsam können wir wirklich etwas erreichen. 


Malte Wagner

Ressortvorstand Recht und Leiter Konzernbereich Recht Südwestdeutsche Medienholding SWMH

„Ich möchte gemeinsam mit dem gesamten Vorstand den praktischen Mehrwert des BDZV für seine Mitglieder erhöhen.“

Malte Wagner

Wo komme ich her? 

Nach Jurastudium, Referendariat und kurzer Selbstständigkeit in einem Kölner Start-up-Unternehmen war ich rund sieben Jahre in der Konzernrechtsabteilung der Volkswagen AG tätig, zum Teil mit mehrjährigen Stationen bei Audi in Ingolstadt und bei Seat in Barcelona. 

Seit gut 15 Jahren leite ich die Rechtsabteilung der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH). Zur Mediengruppe gehören unter anderem 16 Zeitungstitel (zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung, die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten), Anzeigenblätter, Druckereien, Fachinformationen und Radiobeteiligungen. 

Wo will ich hin? 

Als Rechtsvorstand verfolge ich insbesondere zwei Ziele: Erstens möchte ich gemeinsam mit dem gesamten Vorstand den praktischen Mehrwert des BDZV für seine Mitglieder beziehungsweise die angeschlossenen Verlage erhöhen. Dies unter anderem durch die Einführung neuer Informationsformate und Serviceangebote im Bereich Recht. Zweitens möchte ich die Branche dabei unterstützen, die vor ihr liegenden Herausforderungen erfolgreich zu meistern. So kann beispielsweise das derzeit allgegenwärtige Thema Künstliche Intelligenz – flankiert von einem geeigneten und belastbaren Rechtsrahmen – den Publishern eine Vielzahl an spannenden und aussichtsreichen Chancen bieten. 

Wofür stehe ich? 

Als Vorstandsmitglied für das Ressort Recht stehe ich für eine solide, dienstleistungsorientierte und pragmatische, aber auch für eine innovative und zukunftsorientierte Verbandsarbeit. Auch wenn es nach Gemeinplätzen klingt, sind mir dabei die Themen Verantwortung, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit besonders wichtig – verbunden mit einem gewissen sportlichen Kampfgeist und dem übergeordneten Ziel, die Meinungsfreiheit, die Medienvielfalt und demokratische Meinungsbildung zu erhalten und zu stärken. 


Nico Wilfer

Kooptierter Ressortvorstand Trends & Innovation und Chief Product Officer Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Die Suche nach Innovationen für unsere Branche war kaum je relevanter als heute.“

Nico Wilfer

Wo komme ich her?

Seit vielen Jahren arbeite ich in deutschen Zeitungsverlagen an digitalen Strategien und digitaler Produktentwicklung – zuerst für die Süddeutsche Zeitung und nun seit Langem für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Meine Ausbildung habe ich an der Kölner Journalistenschule absolviert, inzwischen arbeite ich auf der Verlagsseite in Verantwortung für digitale Produkte und Technologien. Bei der F.A.Z. verwenden wir seit Jahren Künstliche Intelligenz in unseren Apps und Vertriebsprozessen und versuchen, uns möglichst innovativ nutzerzentriert weiterzuentwickeln.

Wo will ich hin?

Die Suche nach Innovationen für unsere Branche war kaum je relevanter als heute: Wir müssen die neuen Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz für unsere Prozesse und Produkte nutzen. Gleichzeitig gilt es, neue Erzählformen und Plattformen zu entwickeln – insbesondere, um jüngere Zielgruppen zu unseren Kunden zu machen. 

Wofür stehe ich?

Wir können in der Branche sehr vom Austausch profitieren – in vielen Bereichen konkurrieren unsere Häuser und Marken nicht direkt. Gerade in der Produktgestaltung, bei Vertriebsprozessen und internen Organisationsformen für mehr Effizienz und Innovationsmanagement hilft dieser Austausch, den wir mit Maßnahmen rund um „Trends & Innovation“ erweitern möchten. 

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